Warum SIE?

SCHIMPANSEN SIND VOM AUSSTERBEN BEDROHT. DURCH COVID-19 MEHR DENN JE.

Schon bisher waren Schimpansen durch illegale Jagd, massive Abholzung und Einschränkung ihres Lebensraumes vom Aussterben bedroht. Das Corona-Virus könnte der Todesstoß für unsere nächsten Verwandten im Tierreich sein, befürchten Experten.

Aufgrund unserer ähnlichen DNA – die zu 98,8% ident mit jener der Schimpansen ist – sind Schimpansen ebenso anfällig für Atemwegserkrankungen wie wir. Die Coronavirus-Pandemie könnte Populationen von Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans auslöschen, warnen führende Wissenschaftler.

Bisher gibt es zum aktuellen Corona-Stamm und Schimpansen keine wissenschaftlichen Daten. Fest steht, dass bisher selbst Krankheitserreger, die beim Menschen leichte Symptome hervorrufen, für Menschenaffen tödlich waren. Untersuchungen im Jahr 2008 ergaben den ersten direkten Nachweis einer Virusübertragung vom Menschen auf Wildaffen. Seitdem haben häufig vorkommende menschliche Atemwegsviren tödliche Ausbrüche bei wilden Menschenaffen verursacht. Nachdem sich im Zoo in San Diego, Kalifornien im Jänner 2021 die ersten Gorillas mit dem Virus infiziert haben, steht fest, dass
auch unsere nächsten Verwandten akut von der jetzigen Pandemie betroffen sind und ihre Population massiv bedroht ist.

2016 berichteten Wissenschaftler über die Übertragung eines menschlichen Coronavirus auf wilde Schimpansen im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste. Die Tatsache, dass COVID-19 für einige Menschen tödlich ist, lässt Experten befürchten, dass es für Menschenaffen möglicherweise verheerend sein könnte.

Zur Abschottung sind die meisten afrikanischen Nationalparks für Touristen, Forscher und Ranger geschlossen. Was im ersten Moment wie Erholungsurlaub für die Tiere klingt, birgt eine tödliche Gefahr: Ohne der Präsenz von Rangern und Forschern können Wilderer unbehelligt ihre grausamen Ziele verfolgen und ungestört geschützte Tierarten wie die Schimpansen töten oder verschleppen. Zusätzlich steigt mit jedem Wilderer die Gefahr der Einschleppung des Virus und die Übertragung auf die Wildtiere.

Immer wieder kommt es zu bewaffneten Angriffen auf Ranger – am 10. Jänner 2021 verloren 6 Wildhüter ihr Leben, als sie auf Patrouille im Virunga Nationalpark waren. Sie wurden in einen Hinterhalt gelockt und von Wilderern erschossen.

Nach den neuesten Leitlinien der Internationalen Union für Naturschutz sollte der Abstand zwischen Menschen und Menschenaffen von 7 m auf 10 m erhöht werden. Es heißt auch, dass niemand, der krank ist oder in den letzten 14 Tagen Kontakt mit einer erkrankten Person hatte, Menschenaffen besuchen darf.

Unsere Teams in den Schutzstationen in Afrika haben bereits zu Beginn der Krise reagiert und sich in der jeweiligen Station in Quarantäne begeben. Zusätzlich werden strenge Sicherheitsprotokolle und umfassende Hygienevorschriften befolgt, um einen Ausbruch oder eine Übertragung von COVID-19 zu verhindern. Vor dem Ausbruch des Virus konnte die Mehrheit der Stationen ihre täglichen Kosten für das Personal durch die Einnahmen von Touristen abdecken. Diese Einkünfte fallen nun komplett weg. Die Versorgungssituation mit Lebens- und Desinfektionsmitteln wird immer schwieriger und kostspieliger, was die Stationen zusätzlich finanziell unter Druck setzt.

 


Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende die letzten Schimpansen mit umfassenden Schutzmaßnahmen vor dem Aussterben zu bewahren.

Jetzt Spenden