
Zwischenbericht vom Mutuba-Projekt
Im Albertine-Rift in Uganda verbindet das Jane Goodall Institute ökologische Wiederaufforstung und Klimaschutz mit jahrhundertealter Handwerkskunst. Durch die Aufforstung des Mutuba-Baumes wird ein wertvolles Ökosystem geschützt und gleichzeitig können die Menschen die Rinde des Baums als nachhaltige Ressource für Textilien nutzen.
Mit Unterstützung der Schwarzenegger Climate Initiative konnte das Projekt einige Meilensteine bei der Aufforstung, Renaturierung und Geschlechtergerechtigkeit erzielen. Unsere Geschäftsführerin Mag.a Diana Leizinger überzeugte sich beim Projektbesuch im Oktober 2025 persönlich davon.
Ein Baum, der Natur und Kultur verbindet
Aus der Rinde des Mutuba-Feigenbaums (Ficus natalensis) wird der vliesartige Rindenbaststoff, eine der ältesten Textilien der Menschheit hergestellt. Doch der Mutuba-Baum bietet noch mehr Vorteile: Das Pflanzen des Mutuba-Baums verringert die Bodenerosion, verbessert die Bodenfruchtbarkeit und bietet ideale Bedingungen für den Anbau in der Agroforstwirtschaft.
Beeindruckende Bilanz: Über 25.000 Bäume für die Zukunft
Trotz Herausforderungen durch Trockenperioden und Termitenbefall verzeichnete das Projekt im Jahr 2025 bemerkenswerte Erfolge:
- Grüne Zukunft: Im letzten Projektjahr wurden über 25.000 Stecklinge verteilt und ausgepflanzt. Mittels Geoinformationssystem-Techniken konnten wir nachweisen, dass davon über 22.300 Stecklinge gedeihen und nun zu starken Bäumen heranwachsen.
- Flächengewinn: Knapp 116 Hektar Land in der Nähe wichtiger Waldkorridore für Wildtiere, wie Schimpansen, werden nun nachhaltig bewirtschaftet und schützen somit ein wertvolles Ökosystem.
- Gemeinsam sind wir stark: Mit 495 Haushalten, die an der Mutuba-Aufforstung aktiv teilnehmen, wurde das ursprüngliche Ziel von 250 Haushalten bereits jetzt schon fast verdoppelt.


Geschlechtergerechtigkeit als Schlüssel zum Ziel
Ein Kernaspekt unserer Philosophie ist soziale Gerechtigkeit. Durch das Gender Action Learning System (GALS) werden Geschlechterstereotypen sowie Geschlechterrollen in den Haushalten und Gemeinden aktiv hinterfragt. Das Projekt arbeitet intensiv daran, strukturelle Barrieren aufzubrechen. Auch wenn Landrechte traditionell oft bei Männern liegen, stärkt GALS die Rolle der Frauen, um langfristig Zugang zu Landrechten und den Erträgen aus dem Rindenbaststoff-Verkauf zu erhalten. Mit einer Frauenquote von 45 % bei den GALS-Schulungen übertrifft das Projekt seine eigenen Ziele.

Ausblick 2026: Von der Rinde zum Markt
Nachdem das Fundament nun geschaffen wurde, konzentrieren wir uns im Jahr 2026 auf die wirtschaftliche Wertschöpfungskette.
Zu unseren Tätigkeiten dieses Jahr zählen:
- Handwerkskunst-Ausbildung: Sobald die Bäume die nötige Größe erreicht haben, startet die Ausbildung in der nachhaltigen Rindenernte und der professionellen Verarbeitung zu Textilien.
- Gründung von Verbänden: Kleinbauern werden sich in Verbänden zusammenschließen, um gemeinsam stärkere Marktpreise zu erzielen.
- Marktzugang: Aufbau von Partnerschaften, um den hochwertigen Rindenbaststoff lokal und international zu vermarkten.
- Jugend im Fokus: Durch spezielle Programme soll die nächste Generation für den Erhalt des traditionellen Handwerks sowie den Schutz ihrer Umwelt begeistert werden.


Das Mutuba-Projekt zeigt: Naturschutz ist dann am erfolgreichsten, wenn er die Identität und die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort respektiert und stärkt.“
– Mag.a Diana Leizinger, Geschäftsführerin JGI Austria
Aktuelle Bilder aus dem Projekt:




Sie möchten dieses alte Kulturgut fördern?
Mit einer Baumpatenschaft für nur 6 Euro schenken Sie der Natur und den Menschen Hoffnung. Vielen Dank!
Fotos: JGI Uganda
Das Projekt wird unterstützt von der:

