Für Willy: Zur Erinnerung an einen außergewöhnlichen Pfleger

Für Willy: Zur Erinnerung an einen außergewöhnlichen Pfleger
25. März 2019 Doris Schreyvogel

Große Trauer herrscht unter den Schimpansen in Tchimpounga. Einer unserer langjährigen Pfleger, Willy Bouiti, ist leider viel zu früh verstorben. Mit viel Geduld, Liebe und Wissen pflegte er seine Schützlinge und verhalf den Schimpansen wieder zu einem artgerechten Leben. Alle vermissen diesen besonderen Mann – die Schimpansen und das Team von Tchimpounga, seine Familie, Jane Goodall und seine Kollegen weltweit.

„Willy war ein außergewöhnliches Mitlgied unserer Kollegen! Er verstand die Schimpansen wirklich.“ Jane Goodall über Willy Bouiti

Willy Bouiti war einst Fischer
Bevor Willy im Jahr 2004 begonnen hat für Jane Goodall zu arbeiten, war er ein einfacher Fischer am Kouilou Fluss. Er konnte weder die Schule für seine Kinder bezahlen, noch das tägliche Essen für seine Familie. Ein monatliches fixes Gehalt war nie gewiss. Er betonte immer wieder, die Arbeit beim Jane Goodall Institut habe ihm eine neue Perspektive gegeben: „Sie bereichert meine Seele“ – während er mehr über die Natur und deren Schutz lernte.

Er wiederum hat definitiv die Station Tchimpounga bereichert. Willy hatte es verstanden Beziehungen zu Schimpansen aufzubauen. Es war ihm wichtig mit Freundlichkeit, Respekt und Sanftmut den Schimpansen entgegen zu treten. Er verstand die Hierarchien, ging auf die verschiedenen Bedürfnisse und Persönlichkeiten der geretteten Menschenaffen ein. Das hat ihn zu einem ganz speziellen Pfleger gemacht.

Genauso hat er den ganzheitlichen Ansatz von Jane Goodall’s Arbeitsweise verstanden. Der Rückgang von Wilderei und Wildtierhandel ist nur dann machbar, wenn die Menschen Chancen auf andere Einkommensquellen haben und sie in die Projekte mit einbezogen werden. Etwa durch den Kauf von Obst und Gemüse der lokalen Bauern für die Station oder wenn die Dorfbewohner im Projekt angestellt werden.

2008

Willy vermisst Willy 
2014 kam das erst 1 ½ Jahre alte Schimpansenbaby in unsere Station. Es musste zusehen wie seine Mama getötet wurde. Die einsame Gefangenschaft bei den Wilderern hat das Kleine furchtbar traumatisiert. Unser Pfleger Willy hatte sich damals aufopfernd gekümmert.
Aufgrund dieser engen Verbindung und als Anerkennung zu seinem 10-jährigen Dienstjubiläum, wurde sein Schützling „Willy“ genannt.

Zuneigung und Liebe werden gesucht!
Enormes Wissen und Zuneigung rund um die Uhr– die Betreuung von Schimpansen ist aufwendig. Uns und speziell den Tieren fehlt nun ein besonderer Mensch wie Willy. Dringend brauchen die Schützlinge von Tchimpounga wieder einen liebevollen Pfleger oder eine Pflegerin. Willy meinte einmal: „Wenn jemand einen Schimpansen tötet, ist es als würde er mich töten. Ich als Pfleger würde so etwas nie zulassen.“

 

 

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