Jane Goodall’s Nachricht zum Jahresende 2021

Jane Goodall’s Nachricht zum Jahresende 2021
22. Dezember 2021 Doris Schreyvogel

Das Team des Jane Goodall Institute Austria wünscht Ihnen von ganzem Herzen:

KRISMASI NJEMA KWENU WOTE!

Frohe Weihnachten euch allen!

Weihnachten ist keine Jahreszeit. Es ist ein Gefühl, sagt die Schriftstellerin Edna Ferber. Zu Weihnachten erwacht unsere Sehnsucht nach Ruhe, Frieden und Geborgenheit. Abseits von Lametta, Orangenpunsch und verklärten Kindheitserinnerungen wünschen wir uns erfüllt zu sein von Liebe und Hoffnung. Besonders jetzt, in einer seit zwei Jahren andauernden Zeit der Verunsicherung und Veränderung gibt uns das Ritual Weihnachten Halt.

Das Fest der Liebe, ist etwas Beständiges, eine Konstante für das Miteinander. Ein Fixpunkt für das Wir. In den afrikanischen Subsahara-Ländern steht das Wort „Ubuntu“ für die Lebensphilosophie vom „Wir“. Sie besagt, dass unser Wohlbefinden immer untrennbar mit dem der anderen verbunden ist. Kein Mensch kann komplett isoliert leben und dabei noch glücklich sein. Wir sind „soziale Tiere“, wie unsere nächsten Verwandten im Tierreich, die Schimpansen. Die sinngemäße Übersetzung von Ubuntu lautet: „Ich bin, weil wir sind.“

Für dieses Weihnachten wünschen wir uns eine große Portion Ubuntu. Wir wünschen uns, dass immer mehr Menschen das Miteinander als unsere beste Chance sehen. Wäre es zu weit gedacht, dass die Rechte der Natur den unseren gleichgestellt werden? Ubuntu über Artengrenzen hinweg, genährt von der Einsicht, dass auch wir Menschen nur ein Teil des großen Tiergartens auf dieser Erde sind. Wem dies bewusst wird, dem sind der Schutz der Artenvielfalt, der Erhalt der Regenwälder und ein friedvolles Miteinander wichtig.

„Ich behaupte immer, dass es auf diesem Planeten viel mehr gute als schlechte Menschen gibt – und Sie tragen zu dieser Überzeugung bei.“ Jane Goodall

In ihrem heurigen Weihnachtsgruß drückt Jane Goodall Ihre Überzeugung aus, dass das Gute überwiegt, dank Menschen wie Ihnen. Durch Sie erfahren die Menschen in unseren Projekten im Senegal, Kongo, Südafrika, Tansania, Uganda und Burundi ganz viel Verbundenheit. Sie sind – genauso wie unser Team hier in Österreich – stolz und dankbar einem größeren Ganzen anzugehören. Danke, dass Sie dieses Gefühl mit Ihrer Unterstützung vermitteln.

Hoffnung, so schreibt Jane Goodall in ihrem eben erschienen „Das Buch der Hoffnung“, ist nichts Passives. Wenn wir hoffen, bleiben wir handlungsfähig. Egal, ob Weihnachten, Ubuntu oder Hoffnung – all diese Gefühle entfalten ihre volle Wirkung, wenn wir danach handeln. Sie sind erst der Anfang, wie ein Samenkorn, das in die Erde gelegt wird um zu wachsen. Wie jene 700.000 Kinder und Jugendlichen, die sich im Rahmen von Roots & Shoots weltweit für Projekte zum Wohl von Mensch, Tier und Natur in ihrer Umgebung engagieren. Sie leben das Wir von Weihnachten – das ganze Jahr.

Egal ob Buddhismus, Islam oder Christentum – alle großen Weltreligionen betonen das Positive daran, sich gegenseitig Gutes zu tun. All diese Philosophien nähren sich – wie Ubuntu – von der Vorstellung, dass das Verbindende zwischen uns Menschen immer stärker ist als das, was uns voneinander unterscheidet.

Damit verabschiedet sich das Team des JGIA für heuer in die Weihnachtspause. Wir wünschen Ihnen ein Weihnachten, das zu Herzen geht und berührt, mit ganz viel Ubuntu, Liebe und Hoffnung. Heute, morgen, am 24.12. und über diese Festtage hinaus.