Studie: Söhne ändern Affen-Mütter

Studie: Söhne ändern Affen-Mütter
27. November 2014 Nikola Reiner-Rautek

Schimpansen StudieEine Studie im Gombe Nationalpark, an der auch Jane Goodall beteiligt ist, liefert Überraschendes: Schimpansen-Mütter werden durch neugeborene Söhne geselliger. Der Nachwuchs soll durch das Beispiel älterer Männchen lernen.

Ein Forscherteam um Carson Murray von der George Washington University hat Daten aus 37 (!) Jahren Beobachtung der Schimpansen im Gombe Nationalpark ausgewertet. Auch Jane Goodall beteiligte sich daran. Dabei wurde deutlich, dass Mütter von Söhnen mehr Zeit mit anderen Schimpansen verbringen als Mütter von Töchtern. Der Unterschied ist in der ersten sechs Monaten besonders groß. Die Mütter suchen dabei besonders die Gesellschaft männlicher Artgenossen. Mit dem Älterwerden hatten die Jungen über gemeinsames Spielen oder Fellpflege ebenfalls mehr Sozialkontakte zur anderen Gruppen-Mitgliedern als die Schimpansen-Mädchen.

Die Forscher deuten daraus, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern Einfluss auf das Sozialverhalten als erwachsene Schimpansen haben. Männchen sind geselliger und aggressiver als Weibchen. Sie schmieden Allianzen zum gemeinschaftlichen Jagen oder zur Verteidigung in der Gruppe. Wenn sie als Erwachsene Erfolg haben wollen, müssen die Jungen sich in diese männliche Hierarchie integrieren und sind daher auf genau diese soziale Fähigkeiten und Erfahrungen angewiesen.

Die Weibchen hingegen verbringen viel Zeit allein. In der Schimpansen-Population von Gombe sind sie 40 bis 70 Prozent des Tages allein oder nur mit ihren Töchtern oder anderen Angehörigen zusammen, beobachteten die Forscher.

Längste durchgängige Freilandstudie der Welt

Kommendes Jahr feiert das Jane Goodall-Institut das 55-jährige Bestehen der Forschungs-Station im Gombe Nationalpark. Rund um den Nationalpark hat das Institut in diesen Jahren viele Initiativen gesetzt um die Natur, den Park und damit die Schimpansen zu schützen. Leider haben nicht alle Schimpansen so viel „Glück“. In unseren Auffangstationen in Tchimpounga und Ngamba betreuen wir verwaiste und misshandelte Schimpansen und schenken ihnen eine „zweite Chance“ auf ein artgerechtes Leben in nahezu freier Natur.

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