
Am 14. Juli feiern wir Jane Goodalls Vermächtnis – und laden zu einem besonderen Webinar über Schimpansen ein.
Vor 66 Jahren begann Jane Goodall im Gombe Nationalpark ihre bahnbrechende Forschung an wildlebenden Schimpansen. Ihre Entdeckungen haben unser Verständnis unserer nächsten lebenden Verwandten grundlegend verändert – und zeigen bis heute, warum ihr Schutz so wichtig ist. Anlässlich des Welt-Schimpansentages laden wir unsere Schimpansenpat:innen und BeJane-Mitglieder zu einem exklusiven Webinar ein, bei dem zwei unserer Expertinnen Geschichten von besonderen Schimpansen aus den Schutzstationen Tchimpounga, Ngamba Island und Chimp Eden erzählen.
Exklusives Live-Webinar: „Freiheit sieht nicht immer aus wie Wildnis“
Am 4. August nehmen unsere Kolleginnen Doris Dienst-Schreyvogel (Geschäftsführerin JGI Austria) und Mag.a Gudrun Schindler-Rainbauer (Wissenschaftliche Leitung) Sie mit auf eine Reise in unsere Schimpansenschutzstationen in Afrika: Tchimpounga (Republik Kongo), Ngamba Island (Uganda) und Chimp Eden (Südafrika) – artgerechte Lebensräume mit vielen Freiheiten für mehr als 250 Menschenaffen.
Sie erzählen von drei geretteten Schimpansen, deren Geschichten sie persönlich bewegt haben, geben spannende Einblicke in den Alltag der Schutzstationen und berichten von den Herausforderungen und Erfolgen bei der Pflege geretteter Schimpansen. Im Anschluss bleibt ausreichend Zeit für Fragen und den persönlichen Austausch.

Das Webinar ist exklusiv für unsere Schimpansenpat:innen und BeJane-Mitglieder. Als Teil unserer Unterstützer erhalten sie regelmäßig besondere Einblicke hinter die Kulissen unserer internationalen Naturschutzarbeit, können unsere Expert:innen persönlich kennenlernen und erfahren aus erster Hand, wie wir Schimpansen und ihre Lebensräume schützen.
Sie möchten bei Veranstaltungen wie dieser dabei sein?
Mit einer Schimpansenpatenschaft oder einer BeJane-Mitgliedschaft werden Sie Teil einer engagierten Gemeinschaft, die den Schutz von Schimpansen langfristig möglich macht – und erhalten gleichzeitig exklusive Einblicke in unsere weltweite Arbeit.
Warum wir am 14. Juli den Welt-Schimpansentag feiern
Der internationale Welt-Schimpansentag wird jedes Jahr am 14. Juli begangen. Er erinnert an den Tag, an dem die damals 26-jährige Jane Goodall im Jahr 1960 erstmals den heutigen Gombe Nationalpark in Tansania betrat.
Mit Geduld, Neugier und einer bis dahin völlig neuen Art der Forschung begann sie, wilde Schimpansen zu beobachten – und revolutionierte damit unser Verständnis dieser faszinierenden Tiere. Seit 2018 wird dieser Tag weltweit gefeiert – als Hommage an Jane Goodalls wissenschaftliche Leistungen und als Aufruf, Schimpansen und ihre Lebensräume zu schützen.
Schimpansen haben Kultur
Eine der bedeutendsten Entdeckungen Jane Goodalls war die Erkenntnis, dass Schimpansen Werkzeuge herstellen und ihr Wissen an andere weitergeben. Sie beobachtete, wie Schimpansen Grashalme und Zweige sorgfältig bearbeiteten, um damit Termiten aus ihren Bauten zu angeln. Dieses Verhalten war nicht angeboren, sondern wurde von erfahrenen Tieren an jüngere Gruppenmitglieder weitergegeben.

Jane Goodall schrieb später:
Es handelt sich um eine soziale Tradition, die das Entstehen einer primitiven Kultur darstellt – sofern Kultur aus Verhaltensmustern besteht, die durch Nachahmung oder Unterweisung weitergegeben werden.“
Was damals viele Wissenschaftler noch bezweifelten, gilt heute als wissenschaftlich belegt: Schimpansen verfügen über kulturelle Traditionen.
Jede Schimpansengruppe ist einzigartig
Forschungen in vielen Regionen Afrikas haben gezeigt, dass verschiedene Schimpansengruppen ganz unterschiedliche Traditionen entwickelt haben. Je nach Lebensraum nutzen sie unterschiedliche Werkzeuge und Techniken:
- Sie knacken harte Nüsse mit Steinen.
- Sie fertigen Schwämme aus Blättern an, um Wasser aufzunehmen.
- Sie verwenden Stöcke bei der Nahrungssuche.
- Manche Gruppen nutzen beim Termitenangeln sogar zwei verschiedene Werkzeuge nacheinander.
- Selbst die Körperhaltung oder die Art, wie bestimmte Aufgaben gelöst werden, unterscheidet sich von Gruppe zu Gruppe.
Diese Traditionen werden über viele Jahre hinweg durch Beobachtung und Nachahmung erlernt. Junge Schimpansen verbringen einen großen Teil ihrer Kindheit damit, ihre Mütter und andere Gruppenmitglieder zu beobachten. Manche Fähigkeiten – etwa das Knacken von Nüssen mit Werkzeugen – benötigen bis zu zehn Jahre Übung. So entwickelt jede Schimpansengruppe ihren eigenen Wissensschatz, der über Generationen weitergegeben wird.

Warum Schimpansenkulturen geschützt werden müssen
Heute wissen wir: Der Schutz von Schimpansen bedeutet weit mehr als den Erhalt einzelner Tiere.
Wenn Lebensräume zerstört werden oder eine Schimpansengruppe durch Wilderei, Krankheiten oder andere menschliche Einflüsse verschwindet, geht gleichzeitig ein einzigartiger kultureller Wissensschatz verloren. Traditionen, die sich über Generationen entwickelt haben, können nicht einfach ersetzt werden.
Moderne Naturschutzarbeit muss deshalb nicht nur Populationen und genetische Vielfalt erhalten, sondern auch die kulturelle Vielfalt der Schimpansen schützen. Denn ihre Traditionen helfen ihnen dabei, sich an ihre Umwelt anzupassen und in ihr zu überleben.

Jane Goodalls Entdeckungen haben unser Bild von Schimpansen grundlegend verändert. Heute wissen wir, dass jede Schimpansengruppe über ein einzigartiges kulturelles Wissen verfügt, das über Generationen weitergegeben wird. Dieses Wissen zu bewahren bedeutet, nicht nur Tiere und Wälder zu schützen, sondern auch ein wertvolles Naturerbe. Dafür setzen wir uns gemeinsam mit unseren Kolleg:innen weltweit jeden Tag ein.“
– Doris Dienst-Schreyvogel, Geschäftsführerin JGI Austria

Jane Goodalls Vermächtnis lebt weiter
Seit mehr als sechs Jahrzehnten inspiriert Jane Goodall Menschen auf der ganzen Welt, sich für Schimpansen und ihre Lebensräume einzusetzen. Das Jane Goodall Institute führt dieses Vermächtnis heute in zahlreichen Ländern fort – mit wissenschaftlicher Forschung, Wiederaufforstungsprojekten, Umweltbildung und der engen Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden.
Unser Ziel ist es, Lebensräume zu schützen, in denen Menschen und Wildtiere langfristig gemeinsam leben können. Denn nur wenn wir Wälder erhalten und wiederherstellen, können auch die einzigartigen Kulturen der Schimpansen bewahrt werden.

Gemeinsam Schimpansenkulturen bewahren
Der Welt-Schimpansentag erinnert uns jedes Jahr daran, wie außergewöhnlich unsere nächsten lebenden Verwandten sind. Sie lernen voneinander, geben Wissen weiter und entwickeln über Generationen hinweg eigene Traditionen – ein kulturelles Erbe, das ebenso schützenswert ist wie die Tiere selbst. Gemeinsam mit unseren internationalen Kolleg:innen engagieren wir uns dafür, Schimpansen, ihre Lebensräume und ihre einzigartigen Kulturen für kommende Generationen zu bewahren.
Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Schimpansen auch in Zukunft in ihren natürlichen Lebensräumen leben und ihr Wissen an kommende Generationen weitergeben können. Vielen Dank, dass Sie uns auf diesem Weg begleiten.
Fotos: Lennart Stolte, Hugo van Lawick, Fernando Turmo
