AUFFORSTUNGSPROJEKT

GRÜNE LUNGE in Uganda

Das Aufforstungsprojekt „Grüne Lunge“ ist in der 3. Auflage und wird mit Unterstützung des Bundesministeriums für Klimaschutz (BMK) zwischen den Waldgebieten Budongo und Bugoma in West-Uganda umgesetzt. Das Gebiet gehört zum Albertine Rift, einer der artenreichsten Regionen Afrikas und einem der Top 200 Ökosysteme der Welt.

Gemeinsam mit dem Jane Goodall Institute Uganda und lokalen Partnern werden durch Wiederaufforstung einzelne Waldinseln miteinander verbunden – und so die „Grüne Lunge“ Ugandas wiederbelebt. Für die Tierwelt wird wichtiger Lebensraum zurückgewonnen und das ökologische Gleichgewicht stabilisiert. Dies kann nur in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort, insbesondere den Landwirt:innen erfolgreich sein. Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Wissensvermittlung zu nachhaltiger Forst- und Landwirtschaft sowie dem Zusammenhang mit dem Klimawandel und seinen Folgen.

Zeitraum: 2020 – 2023

Land: Uganda

Region: 16 Gemeinden im Bezirk Hoima (Birungu, Kisabagwa, Kigorobya, Bulindi, Kiryangobe, Kiragura, Bulyango, Kasesene, Katanga, Kibugubya, Budaka, Ruguse, Kabwoya, Kidoma, Munteme and Kibanjwa)

Ziele:

  • Errichtung von 16 Baumschulen, die mindestens 480.000 Setzlinge für die Aufforstung von degradierten Ufergebieten heranzüchten
  • Ankauf und Pflanzung von zusätzlich 330.000 Setzlingen
  • Schulung von 150 Haushalten im Bereich Ressourcenmanagement und Überarbeitung bestehender Managementpläne
  • Gründung von 2 Waldmanagementgruppen und Ausbildung von Waldrangern
  • Ausstattung von 800 Haushalten mit Vieh, Bienenhäusern und landwirtschaftlichen Geräten
  • Schulungen zum Thema klimafreundliche Landwirtschaft
  • Gründung landwirtschaftlicher Interessensgruppen und Gesellschaften
  • Erstellung einer Plattform zum Thema Klimawandel, die mehr als 50 % der Gemeinden erreicht und Sensibilisierung von Jugendlichen, Frauen und Männern in 1.600 Haushalten
  • Besonderer Fokus auf die Einbindung von Frauen und Kindern innerhalb der gesamten Projektumsetzung

DIE AUSGANGSSITUATION

Uganda steht vor großen Herausforderungen

Der größte Teil von Uganda’s Gesamtfläche (241.038 km2) wird landwirtschaftlich genutzt. 68 Prozent der Haushalte sind für ihren Lebensunterhalt von der Landwirtschaft abhängig. Gleichzeitig ist Uganda eines jener Länder, dessen Ökosysteme vom Weltklimarat als die anfälligsten identifiziert wurden. Durch das massive Bevölkerungswachstum geraten diese Ökosysteme immer stärker unter Druck. Seit den 1950er Jahren wuchs die Bevölkerung Ugandas um nahezu das Zehnfache auf derzeit 47,1 Millionen Einwohner. Prognosen zufolge wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 auf 100 Millionen anwachsen. Die langfristige landwirtschaftliche Versorgung, Zugang zu Trinkwasser, Arbeitsplätze und die Sicherung des Lebensunterhalts stehen vor erheblichen Herausforderungen.

 

Gefahr für den Wald

Eine Folge und gleichzeitig ein massives Umweltproblem ist die starke Entwaldung. Während im Jahr 1890 rund 45 % der Fläche Ugandas von Wäldern bedeckt waren, ist der Anteil heute auf nur noch 20 % der Gesamtfläche des Landes gesunken. Nach Schätzungen der FAO hat sich die Waldfläche in Uganda im letzten Jahrhundert halbiert und schrumpft weiterhin mit einer Rate von 55.000 Hektar pro Jahr. Andere Schätzungen gehen von noch höheren Abholzungsrate von 70.000 bis 200.000 Hektar pro Jahr aus. Die Hauptursache für die Entwaldung ist neben übermäßiger Abholzung für Bauholz und Brennholz der Anbau von Zuckerrohr.

Vom Klimawandel besonders betroffen

Die ugandische Wirtschaft und die lokalen Gemeinschaften sind besonders anfällig für den Klimawandel. Zu den Auswirkungen gehören Veränderungen der Niederschlagsmuster, der Wasserverfügbarkeit, der Länge der Jahreszeiten, extremes Wetter, Überschwemmungen, Auftreten von Schädlingen und Krankheiten. Häufige Dürren lassen den Grundwasserspiegel sinken und bedeuten sinkende Ernteerträge und Bedrohungen für die Ernährungssicherheit sowie einen erhöhten Druck auf die natürlichen Ressourcen.

PROJEKTDETAILS & HINTERGRÜNDE

Das dreijährige Projekt „Grüne Lunge III“ baut auf den Erfahrungen, Erfolgen und Herausforderungen der Vorgängerprojekte „Grüne Lunge I & II“ (2016-2020) auf. Alle drei Projekte zielen auf die ganzheitliche Wiederaufforstung privater und kommunaler tropischer Wälder ab, um Korridore für die Tierwelt zwischen den zentralen Waldreservaten Budongo und Bugoma in West-Uganda zu schaffen.

Schulung von Landwirt:innen

Teil des Aufforstungsprojekts in 16 Gemeinden ist die Schulung von Landwirt:innen z.B. durch die Integration von Permakultur. Sie erfahren, wie sie die Gesamtproduktivität des Bodens verbessern und gleichzeitig wichtige natürliche Ressourcen erhalten können. Durch Permakultur soll sichergestellt werden, dass sich die Landwirt:innen nicht nur auf die regenabhängige und klimaanfällige Selbstversorgerlandwirtschaft verlassen, sondern ein nachhaltiges, widerstandsfähiges und rentables Landwirtschaftssystem nützen. Die Maßnahmen dienen weiters dazu landwirtschaftliche Praktiken zu verbessern und Einkommensquellen zu diversifizieren.

 

Förderung von Frauen

Ein weiterer, besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Frauen, die für den Lebensunterhalt der Familien verantwortlich sind, aber bei Entscheidungsfindungen auf allen Ebenen weitgehend ausgeschlossen werden. Ihnen fehlen nicht nur wichtige Ressourcen wie der Zugang zu Land, Kreditsystemen und Informationen, um sich auf den fortschreitenden Klimawandel zu reagieren, sondern vor allem Bildung.

 

Informationen zum Klimawandel

Die Vorgängerprojekte „Grüne Lunge I und II“ haben gezeigt, dass Informationen zum Thema Wald und Klimawandel besonders essenziell sind. Ein solides Klimarisikomanagement setzt voraus, dass die Bevölkerung Zugang zu entscheidungsrelevanten Klimainformationen hat und diese Informationen effektiv nützen kann. Die zunehmend unregelmäßigen Niederschlagsmuster und längeren Dürreperioden erfordern eine weite Verbreitung von Klimainformationsdiensten. Im Rahmen einer Partnerschaft mit der Nationalen Meteorologischen Behörde Ugandas werden Klimaauswirkungen und Wettervorhersagen über ausgewählte Radiosender der Gemeinden, soziale Medien und Printmedien verbreitet.

RÜCKBLICK GRÜNE LUNGE I + II

Erfolge von Grüne Lunge I (2016):


Menschen aus knapp 600 Haushalten wurden über nachhaltigen Waldbau und den Zusammenhang zum Klimawandel informiert.

101.700 Baumsetzlinge auf erodierten Flussuferstreifen in 66 Ortschaften wurden gepflanzt.

 

 

Endbericht Grüne Lunge I


 

Erfolge von Grüne Lunge II (2017-2020):

450.000 Setzlinge wurden gepflanzt.

800 Bäuer:innen geschult.

Landwirtschaftliche Interessensgruppen für 214 Haushalte aufgebaut.

9.600 kg Gemüse und 370 Schweine sowie Ziegen an 223 Haushalte weitergegeben um die Landwirt:innen für die Aufforstung ihrer Äcker zu kompensieren und ein langfristiges Einkommen zu ermöglichen.

 

Endbericht Grüne Lunge II


 

Dieses Aufforstungsprojekt wird gefördert durch: